Du fühlst dich schlapp, selbst wenn du genug Schlaf hattest, oder leidest immer wieder unter Kopfschmerzen, Nervosität, zappeligen Beinen und kannst dich schlecht konzentrieren? Vielleicht liegt es am Eisen. Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass fast jede zweite junge Frau unzureichend mit Eisen versorgt ist - es betrifft aber auch Männer. Das muss nicht zwingend an wenig Eisen in der Ernährung liegen, sondern kann auch eine Folge von hohen Verlusten über die Regelblutung oder durch Ausdauersport sein. Ebenso können die Darmgesundheit, Entzündungen, Medikamente, die Vitamin-C-Versorgung oder ein hoher Anteil an Nahrungsbestandteilen, welche die Eisenaufnahme hemmen, eine Rolle spielen.

Typische Symptome bei Eisenmangel

Leere Eisenspeicher können sich auf unterschiedlichen Ebenen bemerkbar machen, weil Eisen nicht nur für den Sauerstofftransport zentral ist (Hämoglobin). Eisen spielt z. B. auch eine Rolle beim Aufbau von Haar, Haut, Knochen sowie Noradrenalin (ein "Stresshormon"), Dopamin und Serotonin ("Glückshormone"). Deshalb kann sich ein Eisenmangel in Form von eingeschränkter Leistungsfähigkeit oder Kurzatmigkeit bemerkbar machen, ebenso wie durch erhöhte Reizbarkeit, das Restless-Legs-Syndrom oder Kopfschmerzen, aber auch durch dünnes Haar (vermehrter Haarausfall), Rillen in den Fingernägeln, Risse in den Mundwinkeln oder wunden Stellen im Mund (Aphthen).

Eisen nur mit Bedacht supplementieren

Eisentabletten sollten keinesfalls nur aufgrund von Symptomen eingenommen werden, denn diese sind sehr unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Zu viel Eisen kann Entzündungen im Körper fördern, weshalb es bei intakter Darmschleimhaut und Regulation durch Hepcidin (Pförtner des Eisens) erst gar nicht ins Blut gelangt, sondern in der Darmschleimhaut eingelagert wird. Dies kann jedoch im schlimmsten Fall das Gleichgewicht eines womöglich bereits angeschlagenen Darms zusätzlich stören und den Körper unnötig belasten.

Eisenmangel verstehen und erkennen

Eine unzureichende Eisenversorgung zeigt sich zunächst in erschöpften Eisenspeichern (Ferritin) - der Körper fängt bereits an, den Eisenverbrauch zu drosseln und erste Symptome können auftreten. Bei fortgeschrittenem Mangel fällt eine sogenannte Eisenmangel-Anämie auf und das Hämoglobin (zuständig für Sauerstofftransport) sinkt ab. Die Grenzwerte für Ferritin sollten gemäss neusten Erkenntnissen deutlich höher angesetzt werden, als dies derzeit in der Schweiz üblich ist. Ausserdem reagiert das Ferritin auch auf Entzündungen, weshalb Entzündungswerte immer mitbestimmt werden müssen.

Interessant ist, dass nicht nur eine vegetarische oder vegane Ernährung mit wenig (Häm-)Eisen, sondern beispielsweise auch eine unzureichende Aufnahme von Vitamin C, ein hoher (Eis-)Tee-/Kaffeekonsum, Entzündungen und sogar Sport (insbesondere Laufsport) einen Eisenmangel begünstigen können. Es lohnt sich, genau hinzuschauen, weshalb die Eisenspeicher leer sind.

Häufige Fragen

Welche Symptome deuten auf Eisenmangel hin?

Anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Nervosität, unruhige Beine, Kurzatmigkeit, Blässe, Kälteempfindlichkeit sowie Haarausfall, Beschwerden an der Mundschleimhaut und Nagelveränderungen.

Wie lässt sich ein Eisenmangel von anderen Nährstoffmängeln unterscheiden?

Nur durch die Messung von Ferritin (Speicherprotein für Eisen), Entzündungswerten und entzündungsunabhängigen Blutwerten wie der Transferrinsättigung.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Eisenmangel?

Frauen im gebärfähigen Alter (Blutverlust durch Menstruation oder Geburt), (Ausdauer-)Sportler wie Läuferinnen und Läufer (Zerstörung von roten Blutkörperchen durch Aufprall und starkes Schwitzen), Veganer/-innen, Personen mit einseitiger Ernährung oder hohem Konsum an Gerbstoffen (Tee, Kaffee, Wein) oder Phytaten (Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte) sowie Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Zöliakie. Ebenfalls kann die Einnahme gewisser Medikamente eine Rolle spielen (z. B. "Magensäureblocker", Ibuprofen, Aspirin, Blutverdünner).

Fazit

Eisenmangel ist nicht zu Unrecht in aller Munde, aber dahinter steckt oft viel mehr als einfach nur ein "normales Frauenproblem". Es lohnt sich, die Symptome und Laborwerte im gesamten Kontext zu betrachten und anzugehen.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt.